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soziale Verhaltenswissenschaften

…habe ich studiert, mit Schwerpunkt Psychotherapie (integrativ), aber weit umfassender. Das hat mir viele Fragen über das Leben und die Menschen beantwortet, auch und vor allem über mich selbst - Fragen, die mich schon immer beschäftigen - - -

mitten in einer weiten bunten Blumenwiese, unter strahlendem Sommerhimmel, begleiteten tiefe Gedanken meine Lebensfreude. Ich war 8 Jahre alt, genoß die Schönheit und den Frieden der Natur; auch war mir der unendliche Reichtum dieses Augenblicks bewußt. Doch ich hatte gehört, dass es Menschen auf dieser Welt gab, die sich jetzt und hier nicht freuen könnten: Menschen, die Schreckliches erlebt hatten, z.B.im KZ während des 3. Reichs. Diese schwer Traumatisierten schlossen sich in ihre Zimmer ein, schreckten bei jedem Türklopfen zusammen und waren nie mehr in der Lage, sich innerlich auf Frieden und Freude einzulassen. Das fand ich schade, mehr noch:schlimm! Es tat mir so leid um diese Menschen: „wenn das Schreckliche vorbei ist, sollen sie sich doch wieder freuen können!“ dachte ich.

Es war nicht das erste Mal, dass ich darüber nachdachte, und ich werde mich damit beschäftigen, solange ich lebe: welch furchtbaren Dinge Menschen einander antun können, wie schlimm das ist – und wie man diese zerstörten Menschen wohl heilen kann. Und wie man die Zerstörung stoppen kann, verhindern kann!  „Wie geht das, gesund und froh leben?“

Seit ich klein war, beobachtete ich die Menschen um mich herum und ebenso mich selbst. Als 16jährige genoß ich meinen ersten systematischen Pädagogik-Kurs bei einem Psychologie-Professor. Nach dem Abitur reiste ich einige Jahre; ich lebte in Frankreich, Nordamerika und Mexico. In meinem Beruf als Hebamme kam ich schon früh den Menschen sehr nah, auch in Grenzsituationen. Ich las, besuchte Fortbildungen und Vorträge – und vor allem setzte ich mich ein, wo ich konnte: ich wollte meine kostbare Lebenszeit so gut wie möglich nutzen! Dabei stieß ich natürlich ständig an meine Grenzen – und nutzte jede Gelegenheit, um diese Grenzen zu weiten. Lernen ist meine Grundhaltung. Als 40jährige studierte ich soziale Verhaltenswissenschaften und liebe es weiterhin, an Fortbildungen teil zu nehmen.

Der Mensch kommt auf die Welt als unbeschriebenes Blatt und wird be-schrieben“, hörte ich, 16 Jahre alt, als erste Botschaft die damalige Lehrmeinung aus dem Mund des Psychologie-Professors: „Menschen werden geprägt - Prägung ist ALLES“. Diese Erklärung reichte für meine eigenen Beobachtungen nicht aus. Die heutige Sicht der modernen Entwicklungspsychologie dagegen kann ich überzeugt vertreten: es gibt Veranlagungen und soziale Prägung – Menschen agieren und re-agieren von Geburt an. In ihrer Auseinandersetzung mit einem sich ständig verändernden Umfeld entwickeln Menschen ihre Persönlichkeit lebenslang weiter – bis zum Tod.

100 Jahre Psychologie und Psychotherapie, 20 Jahre Gen-, Hirn- und Nervenforschung – heute weiß man mehr darüber, wie Menschen „innen funktionieren“ als je zuvor. Die Zeiten, da man vor der „unerforschlichen black-box“ steht, nähern sich ihrem Ende. Erstaunlich finde ich, dass „man“ vieles eigentlich „schon immer“ gewußt hat.... zum Beispiel, dass Kinder in einer liebevollen Umgebung aufwachsen müssen, um verantwortungsbewußte Erwachsene zu werden. Und dass Gewalt schädlich ist.


Schaden richten Gewalttäter, Kriminelle, Betrüger... an.
Warum? Was motiviert sie zu ihrem destruktiven Verhalten?
Da gibt es, wie immer, keine Monokausalitäten.
Im Vorderdgrund stehen wohl Traumatisierungsfolgen.
Auch die angeborene Soziopathie ist heute vorsichtig im Gespräch.

Ist es möglich, echte Zusammenhänge im scheinbaren Chaos dieses Lebens zu finden? Manchmal entdeckt man tatsächlich Ansatzpunkte für Veränderungen – zum Besseren!
Gelingt es mir, zu einer Besserung beizutragen, ist mir das immer eine große Freude! In letzter Zeit lerne ich viel dazu von Dr. Gerald Hüther, meinem "Lieblings-Hirnforscher", auch lache ich gern über Dr. v.Hirschhausen, einen Arzt, der komplexes medizinisches Wissen inzwischen als Kabarettist humorvoll-therapeutisch aufarbeitet.

Schon im Alter von 20 Jahren war mir bewußt, dass ich viele Definzite aus meiner Kinder- und Jugendzeit mitbrachte - und dass ICH jetzt die Verantwortung trug, das Beste daraus zu machen. Ich sah und sehe mich mich als Lernende - als Nehmende und Gebende - auch in und nach den schweren Zeiten von Gewalt und Betrug, von Armut und Missachtung. Dazu mehr in den Lebensthemen.

Die Lebensaufgabe "Selbst-Erziehung" beginnt mit der Pubertät. Zum Beispiel offenbart der Aufsatz eines 15jährigen einen Teil seiner Denkweise; als Jugendlicher probiert er alles mögliche aus, auch kriminelle Ansätze: wie geht ein reifer Erwachsener damit um?

"Was machen Menschen - warum tun sie es - mit anderen Menschen?" Diese Frage umfasst im weitesten Psychologie, Philosophie, Spiritualität und reicht in alle Lebensbereiche hinein wie Politik, Wirtschaft, Medizin usw... da kann man ein Leben lang dazu lernen!...
 ...und liegt man dereinst im Grab, hat man den Stecknadelkopf im Heuhaufen verstanden...

...auf jeden Fall ist Vergebung ein wichtiger Aspekt im Leben. Dazu hier mehr.