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beinahe-Untergang im Atlantik

 

als knapp 20jährige schwamm ich an der mexicanischen Atlantikküste mit den Pelikanen auf hohen Wellen... es war wunderschön, fast paradiesisch.
 
Um dort hinzukommen, wo ich mich von den Wellen weit in die Höhe und tief in die Täler tragen lassen konnte, musste ich am Strand die Stelle überwinden, an der sich die Wellen brechen.
 
Genau im richtigen Moment musste ich losrennen: die zuletzt gebrochene Welle musste sich schon ein wenig beruhigt haben, die nächste durfte noch nicht zu nah am Brechen sein... meist gelang es.
 

Einmal nicht.

 
Ich war wohl unvorsichtig geworden - jedenfalls brach eine Riesenwelle direkt auf meinen Kopf und schlug mich tief in das Wasser-Sand-Gewirbel.......die Wasserstrudel zerrten in jede Richtung, es gab weder oben noch unten, weder Strand- noch Meerseite, weder rechts noch links.
 
Nach einer Weile beruhigte sich das Ganze etwas; der Sand fing an, zu sinken - ein Unten war zu ahnen und ein Oben. Mit dem Kopf nach oben suchend, fand ich irgenwann Luft, rang nach ihr -
 

da brach die nächste Welle über meinem Kopf, und das ganze fing von vorne an.

 
Die Sekundenbruchteile, in denen ich Luft schöpfen konnte, reichten nicht aus; ich spürte mich schwächer werden. Mir fiel ein, dass Menschen an dieser Stelle, wenige Meter vom Strand, ertrunken waren, und mir war klar, wie.

 

Ich weiß nicht, wie ich raus kam. Meine Kraft, mein Beobachtungs- und Kombinationsvermögen allein waren es nicht.

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