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"Mein" Betrüger

heißt Joachim Wundrack, geb. 1953, und nannte sich "Jochen". Ich kannte ihn seit 1999 als fürsorglichen "Familienmenschen" wie ich es selbst bin und war 1 1/2 Jahre mit ihm verheiratet.

Damals habe ich nur analog fotografiert. Erst 2006 habe ich die Fotos aus unserer gemeinsamen Zeit ins Fotoalbum einsortiert und aus der Rückschau kommentiert. Nun habe ich diese Fotos eingescannt und hier kann man Jochen sehen; klickt man mitten auf ein Bild, wird es größer gezeigt und dann kann man auf "Vollbildschirm" vergrößern:

Picasa-Webdiaschau



Im Juni 2003 flog der Betrug auf. Ich "spielte Detektiv" und war entsetzt, als ich nach und nach heraus fand, wie er auf allen Ebenen betrogen hatte: geschäftlich, privat, auf freundschaftlicher Ebene, in intimen Beziehungen, Prostituierte... Riesengroße, unvorstellbare Lebenslügen hatte er aufgebaut! Doch nicht im Scherz, sondern um letztlich auf allen Ebenen Zerstörung anzurichten, so viel wie möglich.

Inzwischen habe ich ein Bild dazu gemalt - hier ist es! Wenn man aufs Bild klickt, wird es ganz groß, und dann kann man sogar in Vollbildmodus wechseln.  Auf diesem Bild habe ich Jochen gemalt, wie er kocht. Denn er hat gerne gekocht, täglich z.T. mehrfach, auch für Gäste. Er hat SEHR GUT gekocht, was u.a. an teuren Zutaten lag, die ich mir nie gekauft hätte; aber auch an seinem Restaurant-Wissen.Das Kochen steht im weiteren für Fürsorge. Er hat ja in vielen Dingen für uns gesorgt. Wie hat er sich mit mir um die Kinder gekümmert! Wie viel haben wir über ihre Probleme, ihre Erziehung gesprochen! Er hat sie zu Turnieren gefahren usw...das symbolisiert das Kind in der Mitte des Bildes. Dass er da hinter meinem Rücken viel nachhaltiges Unheil anrichtete, wußte ich damals ja nicht.

Picasa-Webdiaschau

Der Betrachter des Bildes sieht Jochen von vorne, sieht in den Topf, sieht Jochen mit einer Hand den Topf am Griff halten, in der anderen Hand locker und gekonnt den Kochlöffel. Sieht seine unschuldigen blauen Augen, sieht seine Narbe unter dem kurz geschorenen Blondhaar – die sehen Mutter und Kind vom Tisch aus übrigens auch: diese Narbe von seiner Schädelbasis-OP, die ständig an sein schweres Schicksal erinnert und das Gewissen wach hält, „seine schweren Zeiten... sind jetzt vorbei!“ Ja, diesen lebensgefährlichen Unfall hat er so geschickt benutzt in seinem Lügenleben!

Doch die beiden am Tisch sehen nicht, dass Jochen Gift ins Essen spuckt: giftig gelb-grün, vermischt es sich mit den übrigen Zutaten im Topf. Nachher, auf dem Tisch, auf den Tellern, wird nichts davon sichtbar, spürbar oder zu schmecken sein – aber es wird wirksam sein! Dieses Gift steht für die Worte, die aus seinem Mund kamen. Allesamt gelogen. Selbst Wahrheiten wurden in seinen Kontexten zu Lügen, die letztlich unser ganzes Leben zerstört haben – die Vertrauensfähigkeit jedes einzelnen Familienmitglieds hat gelitten, bis weit über unsere Kleinfamilie hinaus in die gesamte große Verwandtschaft hinein!

Ich habe ja viele Jahre gebraucht, bis ich verstanden habe, wie „Jochen tickt“. Als ich es verstanden habe, fühlte ich mich, als stünde ich vor einem „schwarzen Loch“ und verstand erstmals, was die Bibel meint mit dem Vers „die Lüge ist die Wurzel ALLES Bösen“. Inzwischen weiß ich, dass er ein typischer Soziopath ist.

Wie dieses Gift, so sieht nur der Betrachter des Bildes, was die beiden am Tisch nicht sehen: mit einem Auge schielt Jochen schon wieder zu seinem Schreibtisch, Computer, Telefon: in Gedanken ist er längst bei den vielen weiteren Untaten, die er plant, genüsslich, ganz davon erfüllt...

Ganz links sitze ich. Decke noch den Tisch fertig; für Jochen steht schon alles bereit, für mein Kind und mich bin ich noch in Bewegung. Es ist unser alter runder Esstisch aus hellem Holz mit einem kräftigen Standfuss in der Mitte. Der Tisch ist nicht reich und aufwändig dekoriert, aber warm und einladend mit einer Kerze und einem liebevoll gesteckten Blumensträußchen in der Messingvase. Ich hatte nicht viele Mittel. Aber was ich hatte, nutzte ich, um unser gemeinsames Leben so liebevoll wie möglich zu gestalten. Kurz zuvor war ich ja noch Opfer häuslicher Gewalt gewesen, „ins Nichts geflohen; während der Zeit mit Jochen hatte ich doch vergleichsweise an Kontur, an Persönlichkeit gewonnen...

Auf dem Bild schaue ich in Jochens Richtung. Ich habe ihn und das Kind gleichermassen im Auge und freue mich, dass wir alle zusammen sind – eine komplette Familie, das Kind hat einen Vater, Jochen hat eine Familie, wir essen zusammen, das Leben ist in Ordnung – nicht perfekt, aber das erwarte ich nicht. Ich bin realistisch – denke ich zumindest - - -

- - - denn DIESE Realität war mir UNVORSTELLBAR !

Die Wahrheit kam erst hinterher Stück für Stück ans Licht.

Im Sommer 2003, als Jochen plötzlich weg war, lernte ich ca. 20 weitere Opfer "neben mir" kennen und einige "vor mir". 50% waren Männer, die furchtbar wütend auf ihn waren, sich aber dann nicht "outeten". Die Frauen waren offener. Je offener wir waren, desto mehr Ablehnung und Widerstand erlebten wir Opfer seitens Polizei und Staatsanwaltschaft.

Damals ging ich an die Öffentlichkeit: ich begann, Rundmails zu schreiben, um Verwante, Freunde und weitere Beteiligte auf einfache Weise zu informieren.  Die Original-Rundmails füge ich nur leicht überarbeitet als pdf-Datei auf der Seite Rundmails ein.
Auch Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen interessierten sich dafür. Einige Artikel sind unten im Picasa-Web-Album zu finden.

Psychisch war das Geschehen kaum zu verarbeiten, da ging es mir ebenso wie allen anderen Betrugsopfern. Ein Versuch, dem inneren Erleben Ausdruck zu geben, waren 2006 die fiktiven Briefe an Jochen und an Justitia.
 
Die Schäden gingen in Millionenhöhe. Einige seiner Opfer standen seinetwegen vor Gericht und wurden rechtskräftig verurteilt für Dinge, die er getan hatte! Doch ihm selbst wurde wegen der meisten Delikte nie ein Prozess gemacht.
 
2004 bekam er 4 Jahre Haft dafür, dass er einen sehr wohlhabenden Geschäftsmann um 150.000 Euro erleichterte. 3 Monate Haft bekam er dafür, dass ich insolvent, gepfändet, verarmt, verschudet bin. Psychische Schäden wie schwere Traumatisierungen fielen garnicht ins Gewicht.
 
Schon aus der Haft heraus war er wieder aktiv: unter falschen Namen wandte er sich mehrfach per mail an mich, doch ich fand es heraus. Manches stelle ich auf die Seite beispielhafte aktuelle Aktivitäten.

Seit November 2007 ist er wieder frei.
Mit Sicherheit richtet er gerade die nächsten Menschen zugrunde.
Darin hat er ein Leben lang Übung; das kann er sehr gut, darin ist er überaus fleißig.
Er hat ja den ganzen Tag Zeit, 7 Tage die Woche, diesem Vergnügen nach zu gehen; er kennt keinerlei Verpflichtungen, weder Vorgesetzten oder Kollegen, noch Familie, noch Nachbarn gegenüber.
 
Sein ganzes Leben lang hat er betrogen: er war gerade 20, da bekamen die ersten Bankdirektoren ihre Abmahnungen seinetwegen; unzählige Frauen, Paare, Geschäftsleute wurden zu seinen Opfern, doch nur "die Spitze des Eisbergs" kam zu Anzeigen und Gerichtsverhandlungen.
 
"der Typ muss gestoppt werden!" das war und ist uns klar - doch es gelingt uns nicht.
Wir Opfer lernten in den vergangenen Jahren:
 - wir leben in einem "Rechtsstaat", in dem einzig der Staat sich um Verbrecher kümmert
 - doch um Betrüger kümmert der "Rechtsstaat" sich nicht oder nur rudimentär
 - Selbstjustiz ist verboten, also dürfen wir den Betrüger nicht stoppen
 - wir Betrugsopfer haben also den "Rechtsstaat" gegen uns
 - der Betrüger hat den "Rechtsstaat" auf seiner Seite
 
Doch damit kann ich mich nicht abfinden. Die Schäden, die J.W. im Laufe seines Lebens angerichtet hat, sind immens ! Ungeheuer riesengroß, das ist NICHT übertrieben ! Solange ich lebe, wird mein Anliegen sein: "der Typ muss gestoppt werden!"

Folgende Diaschau zeigt Zeitungsartikel. Zum Vergrößern (und Betrachten im Picasa Webalbum) auf das Bild klicken.