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Resozialisierbarkeit des Betrügers

Ich bin eine große Anhängerin des Resozialisierungsgedankens: bei mir bekommt jeder noch eine Chance, und eine zweite, und sogar eine dritte.  Doch für Betrüger darf das nicht gelten! Hier erkläre ich, warum.

 

Eine junge Juristin fragte mich:

"Einmal Betrüger - immer Betrüger : haben wir im Studium gelernt - ist das wirklich so?“

- Ja.

Betrüger sind nicht resozialisierbar.

 

Diese Aussage klingt provokativ.

Ich werde es erklären, von verschiedenen Seiten beleuchten.

 

1.  Die Erfahrung von Angehörigen der Justiz, die mit Betrüger zu tun haben, zeigt: "beim Betrüger sind Persönlichkeit und Tat deckungsgleich - das ist bei keiner anderen Staftat der Fall".

 

Der Dieb ist nicht immer und überall nur Dieb.

Auch der Mörder ist nicht immer und überall nur der Mörder.

Aber der Betrüger ist immer und überall der Betrüger und betrügt immer und überall, weil das Betrügen tief in seiner Persönlichkeit verankert ist.

 

2. Betrüger im Gegensatz zu Gewalttätern

 
Gewalttäter:

Straftäter aus sozialen Umfeldern, in denen Gewalt "normal" war, haben Gewalt als Kommunikationsform gelernt. Mit Hilfe von Resozialisierungsprogrammen lernen sie nun dazu, was sie bisher nicht hatten lernen können, viele mit Erfolg:

2.1. Sie lernen Empathie, also sich in ein friedliches Gegenüber hinein zu fühlen

2.2. sie lernen eigene Emotionen kennen, einschätzen und friedlich damit umzugehen.

2.3. sie bekommen "Unterricht" in sozial vertäglichem Verhalten.


Betrüger:

2.1. Betrüger sind per se Empathie-Künstler:  man braucht sie kein Mitfühlen zu lehren, das können sie.

2.2. Normale Menschen können sich die Emotionen der Betrüger nicht vorstellen, denn sie sind denen „normaler“ Menschen völlig fremd: Betrüger freuen sich über die Zerstörung, die sie anrichten, und ärgern sich, wenn es ihnen nicht gelingt. Bislang gibt es keinen Weg, diese zerstörerische emotionale Haltung zu verändern.

2.3. Betrüger bewegen sich angepasst in friedlichen sozialen Umfeldern -

auch das braucht man ihnen nicht beizubringen. Genau darin sind sie die Gefahr, die „Zeitbombe“!

 

Die Menschen, denen sie schaden, sind ihn völlig gleichgültig, wertlos - so nah sie ihnen auch stehen als Geschäftspartner, Bekannte oder gar Partner / innen.

Die Zerstörung, die sie anrichten, wollen sie.

Manche empfinden sadistische Freude am Entsetzen, am Leiden ihrer Opfer, wenn diesen die Augen aufgehen.

 

Es gibt keinen Weg, Betrügern den Wert eines Menschen nahezubringen:

der liegt für sie darin, dass er ihn ausnutzen und betrügen kann - mehr nicht.

Menschenrechte sind für Betrüger nicht existent bzw. reine Dummheit.

 

Sollte jemandem eine Möglichkeit einfallen, auf welchem Weg man Betrüger "zur Vernunft" bringen könnte, so dass er ein sozial unschädliches Leben beginnt - ich wäre begeistert!

 

Die Erkenntnis, dass die Resozialisierung von Betrügern prinzipiell unmöglich ist, bedrückt mich. Doch auch bedrückende Realiäten muss man akzeptieren.

  

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