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typische Betrugsopferschäden

Betrugsopfer laufen ohne blutende Wunde oder blaue Flecke durch die Gegend, haben aber multiple Schäden erlitten, die sie in ihrer Persönlichkeit schwer verändern: sie strahlen tiefste Verunsicherung, Schwäche und Verängstigung aus – und häufig reden sie nicht. Dies wird oft als „Operhaltung“ fehlinterpretiert: „WEIL er / sie so schwach – stumm – verängstigt – usw... ist, DARUM   MUSSTE  er / sie  zum Opfer werden...“
 

Doch diese Ausstrahlung von Schwäche und Verängstigung ist die Folge des Betrugserlebens;  das Verstummen ist die Folge des zusätztlichen Schadens durch Öffentlichkeit, insbesondere durch „die Justiz“, also durch Polizei, Staatsanwalt und Gericht, aber auch durch Fachleute aus dem psycho-sozialen Bereich.

 

Im Weiteren trenne ich diese beiden Schadensverursacher.

Zuerst erwähne ich nur kurz den Schaden, den der Betrüger verursacht hat, um mich bald dem Schaden zuzuwenden, für den „die Justiz“ u.a. verantwortlich sind, um damit bewußt zu  machen, dass dies den eigentlichen Schaden „multipliziert“, auf den ich anschließend ausführlich eingehe.

 

Schaden durch den Betrüger:

 

1. materieller Verlust: Geld, andere finanzielle und materielle Werte, auch Schmuck, Auto, häufig Wohnung oder Haus.

 

2. persönlicher Schaden: Traumatisierung, Vertrauensverlust, Beziehungen zu Verwandten / Freunden / Nachbarn / Geschäftspartnern

 

Schaden durch „die Justiz“, also Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht

 

Hätten die Opfer diese Verluste / Schäden durch eine andere Art von Verbrechen erlitten, wäre der Verbrecher als solcher definiert worden. Polizei hätte eine Anzeige aufgenommen, hätte das Opfer vernommen, es hätte ein Aktenzeichen gegeben.

All dies gibt es für Betrugsopfer oft nicht.

 

Wenn sie eine Anzeige bei der Polizei aufgeben wollen, werden die meisten Betrugsopfer schon nach Hause geschickt: „dafür sind wir nicht zuständig!“ hören sie. Häufig werden sie augeslacht und mit verächtlichen Bemerkungen bedacht.

 

Nimmt die Polizei eine Anzeige auf, geht  auch dies häufig einher mit sehr verletzenden Bemerkungen ohne Wahrheitsgehalt seitens der Amtsträger wie „Sie sind selbst schuld“, „Sie wollten es so“, „Sie dürfen niemandem vertrauen“. Dies setzt sich fort im weiteren Umgang mit Juristen wie Staatsanwälten und Rechtsanwälten.

 

Dann kommt vielfach keine Gerichtsverhandlung zustande.

Kommt es doch zu einer Gerichtsverhandlung, wiederholt sich darin häufig, dass die Opfer auch hier weiter stigmatisiert werden und Täter nicht oder nicht angemessen schuldig gesprochen werden.

 

All diese Erlebnisse multiplizieren die Schäden, die das Opfer durch den Betrüger erlitten hat. Der Vertrauensverlust dehnt sich auf das gesamte juristische System aus und auf den ganzen Staat, dessen Instrument dieses System ist. Das Opfer erlebt den Staat als Komplizen des Betrügers, dem es ohnmächtig, rechtlos und hilflos ausgeliefert ist.

 

Überlegen Opfer dann, zur Selbstjustiz zu greifen, wissen sie, dass sie dafür bestraft würden.
 

Zurück zum Schaden durch den Betrüger:

 

1.   materieller Verlust: Geld, andere finanzielle und materielle Werte, auch Schmuck, Auto, häufig Wohnung oder Haus.

 

Berichten Betrugsopfer von ihren materiellen Verlusten, sind sie meist den Tränen nah: „ich hatte... (Haus, Geschäft, Ersparnisse, Erbe...), das ist weg, ich werde es nie mehr haben... davon wollte ich für meine Kinder... im Alter...“ in leichten Fällen sind die Versluste ärgerlich, aber zu verschmerzen; in den schlimmsten Fällen jedoch ist alles, aber auch wirklich alles weg und die Existenz ist total zerstört. Manche Betrugsopfer kommen auf lange Zeit nicht einmal mehr an ihr Kindergeld heran !

 

      2.   persönlicher Schaden: Traumatisierung, Vertrauensverlust, Beziehungen zu Verwandten / Freunden /
            Nachbarn / Geschäftspartnern
 
Betrugsopfer sind traumtisiert, wie es im Lehrbuch steht, doch in der Lehrbuch-Liste fehlt ihr „Auslöser“: nur körperliche Gewalt ist dort zu finden wie Krieg oder Schläge durch Nahestehende. In diese Liste gehört Betrug unbedingt mit hinein: es ist brutale Gewalt, plötzlich viel oder gar die Existenz zu verlieren.
 
FORTSETZUNG  FOLGT !
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