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Bildungsförderung in Oberguinea

Meine Freundin aus Teenagertagen hat diesen Verein gegründet: Martine steckt ihre gesamte Freizeit und ihr gesamtes übriges Geld hinein - davon hat sie nicht viel. Wenn ich 20 Euro spende, kommt jeder Cent im Projekt an, da kann ich sicher sein. Ehrlich gesagt, bei der Gründung des Vereins habe ich nicht wirklich dran geglaubt... aber längst steht eine super Bibliothek mit mehreren funktionierenden Rechnern incl. Bildschirmen, software usw..., da ist ein Beamer und ein großer Zuschauerraum und ca. 1000 Bildungsfilme auf französisch, französische Bücher usw... aber das kann man alles auf der homepage des Vereins ansehen. Wir freuen uns über weitere Mitglieder, FörderInnen, SpenderInnen...

Es ist eine sehr, sehr arme Region, von Kriegsgeschehen gezeichnet.
Nach unserer Jahresversammlung 2012 dachte ich immer wieder darüber nach, wie man unser gemeinsames Projekt in Guinea-Conakry noch zügiger und nachhaltig fördern kann, über die Möglichkeiten unseres Vereins, der Schule und der Bibliothek hinaus.

Will sich jemand selbstständig machen?
Hier eine gute Geschäftsidee:


Zufällig kam ich kurz darauf bei einer Geburtstagsfeier mit einem jungen Mann ins Gespräch. Der hatte sich eben auf einen Praktikumsplatz bei der Firma Novis beworben: die baut Biogasanlagen, u.a. in Frankreich und in Afrika. Wir beide waren begeistert von den Vorteilen einer Biogasanlage im Vergleich zu  Solar- und Windstrom! Meist ist genügend Material zum Betreiben vorhanden – sogar mancher Müll ist gut geeignet! Nussschalen, verfaulende Mango usw... womit man sie „füttern“ kann, seht ihr im Anhang.

Daraufhin nahm ich Kontakt zu dieser Firma auf: www.novis.com
Herr Dr. Helle, Gründer und Chef des jungen Unternehmens, nahm sich die Zeit für ein Gespräch. Die wichtigsten Ergebnisse möchte ich so vielen Menschen wie möglich vorstellen: vielleicht ist jemand darunter oder kennt jemanden in seinem Umfeld, die / der geeignet wäre, so etwas umzusetzen?! Es wäre ein echtes Geschäft, von dem der selbstständige Geschäftsbetreibende leben kann. Einige Broschüren, in denen die Fa. Novis ihre Ideen und Produkte vorstellt, habe ich unten als pdf-Dateien eingestellt. 

Der Verein selbst kann das natürlich nicht leisten - wir sind mit dem Bau der Schule mehr als ausgelastet.

Grundsätzlich kommen zwei Möglichkeiten in Frage:
  1. die Zusammenarbeit zwischen einem deutschen Unternehmen und Fodecariah. Das wäre ein sogenanntes PPP (Public Private Partnerschip). Das deutsche Unternehmen kann eingesessen oder neugegründet sein. Für Menschen mit unternehmerischen Fähigkeiten wäre das machbar.
  2. einen deutschen oder europäischen Sponsor für ein Energieprojekt zu gewinnen.
Herr Helle war schon selbst in Guinea! Er hat im Januar 2011 mit dem staatlichen "Administrateur Général gesprochen (Mamadi Condé) und die Vertreter von Novis haben dann im Mail 2011 das Energieministerium und das Ministerium für Landwirtschaft besucht und mögliche Biomassestrompläne vorgestellt. Zuerst hieß es, sie seien interessiert an dem Bau vieler Biogasanlagen zur Stromgewinnung, doch dann war das erforderliche Kapital nicht vorhanden.

Herr Helle hat dort miterlebt, dass die Chinesen eine super neue und gut funktionierende Eisenbahn gebaut haben. Dagegen hat die chinesische Solar-Strassenbeleuchtung bereits nach 2 Jahren Hitze-Kälte-Schocktherapie den Geist aufgegeben und bleibt nun dauerhaft dunkel.

Gerade eben wurde im Senegal nach 2 Jahre Bauzeit eine Pyrolyseanlage fertiggestellt.
Sie hat 400.000 Euro gekostet und ist eine "Luxusvariante" mit Erdnetz und Stromanschluss aller Häuser mit Licht und Steckdosen.
200.000 Euro kamen aus dem Public Private Partnership Programm der Bundesregierung (http://www.deginvest.de/DE_Home/Leistungsangebot/Foerderprogramme/PPP-Programm_neu/index.jsp) in Deutschland, die anderen 200.000 Euro hat ein Energieunternehmen als Spende beigesteuert.

Für uns kommen die günstigen 30-60 Kw-Anlagen , „HiPo s“ in Frage . Die bauen sie auch in Frankreich und das wird jetzt nach Hollande's Wahl noch mehr werden.
Wichtig: Der Motor dafür stammt aus Weißrussland. Dort wird ein Opel-Motor aus den 50er-Jahren in Lizenz hergestellt.
Der Vorteil: ist etwas kaputt, reichen einfache Werkzeuge wie Hammer und Schraubendreher zum Reparieren!

Nach Herrn Helles Erfahrung bewährt sich folgendes Modell:
in der Nähe der Biogasanlage zur Stromgewinnung werden aktive Kleinunternehmen angesiedelt, die dann eine kleine Industriezone bilden. In unserem Fall würde sie am besten in der Nähe der Schule / Bibliothek gebaut.

  • Ein Publikumsmagnet in der Mitte (z.B. ein Gasthaus mit Fernseher)
  • Daneben werden Getränke, Essen und Telefonminuten verkauft.
  • Drum herum werden strombasiert arbeitende Unternehmen angesiedelt, z.B. ein Schweißer, der Fahrräder, Karren und Autos schweißt.
  • Hier können auch junge Leute ausgebildet werden in verschiedenen Tätigkeiten, mit denen sie anschließend die Region weiter fördern und ihr Geld verdienen.
  • Wichtig ist ein Kühlhaus, das alle für ihre Produkte temporär mieten können; „Tomaten halten länger und bringen 3 Wochen später einen höheren Preis“. Es dient auch als Strompuffer: wird mehr Strom produziert als benötigt, kühlt er das Kühlhaus, z.B. nachts. Wird wieder mehr Strom benötigt, ist es etwas weniger kühl.
  • Und last not least ganz wichtig: die Möglichkeit für die Frauenkooperative, Mango zu trocken oder als Marmelade einzukochen, Carité-Butter herzustellen usw!
  • Die wichtige Anschaffung der Mühle könnte man in diesem Rahmen realisieren.
  • Kleinkredite über Micro Finanz Banken (z.B. über die grameen-Bank) könnten die Unternehmensgründer vor Ort mit organisatorischer Unterstützung aus Deutschland organisieren.

Herr Helle hat nicht nur gute Ideen, die ökologische wie ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigen, sondern inzwischen auch Erfahrung mit dem ganzen „Drumherum“: wie realisiert man was, mit welchen Zuschüssen, wo beantragt man sie, usw... und wäre ein guter Ratgeber für eine Geschäftsfrau / einen Geschäftsmann, die / der sich die Förderung der Region Fodecariah zum Ziel setzt durch den Bau einer solchen stromerzeugenden Anlage.

Für solche Projekte gibt es sowohl öffentliche als private Finanzierungsmöglichkeiten; einige hat Herr Dr. Helle mir genannt. 

Einen Antrag z.B. kann man hier stellen, bei einem Projekt in den Niederlanden. 
Hier beantragt man beispielsweise Geld für ein Projekt, das 1.500.000 Euro kostet. Wenn sie bewilligen, bekommt man die Hälfte, in diesem Fall 750.000 Euro. Der Weg dort hin beinhaltet, dass man eine Beratungsfirma vor Ort (also in den Niederlanden) beauftragt, einen Businessplan zu erstellen. Dafür wollen sie nachher, wenn es bewilligt ist, 10% des Zuschusses. Wird es nicht bewilligt, berechnen sie nichts. Die übrigen 750.000 kann man z.B. über private Anteil-Anlagen mit 2% Rendite zusammenkriegen: haben z.B. Vereinsmitglieder Geld, das sie anlegen wollen, können sie Anteile an dem Unternehmen kaufen, z.B. in „kleinen“ Portionen von 5.000 Euro.

Als Herr Helle davon sprach, dachte ich, okay, kann ich ja registrieren, aber wer von uns hat Geld zum Anlegen?! Ich nicht! Aber für den Fall, dass es in unserem Umfeld Menschen mit Geld gibt, ist es eine gute Idee.

oder auch: Oikokredit
www.oikocredit.org

oder die grameen-Bank; über die habe ich vor 2 Jahren ein Buch gelesen und war ganz begeistert:

So viele gute Ideen auf einmal sollte man nicht untergehen lassen, sondern unter die Leute bringen! Vielleicht findet sich jemand, der sich die Realisierung zutraut? Das wäre eine wunderbare Ergänzung zu der Arbeit unseres Vereins!
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Hedwig v. Knorre,
31.07.2012, 09:07
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Hedwig v. Knorre,
31.07.2012, 09:07
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Hedwig v. Knorre,
31.07.2012, 09:08
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Hedwig v. Knorre,
31.07.2012, 09:07
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Hedwig v. Knorre,
31.07.2012, 09:06
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